Operationsmöglichkeiten bei Shunt- Problemen

Es kann vorkommen, dass nach einer Shunt- Verstopfung der Shunt nicht mehr per Operation gerettet werden kann und für immer verschossen bleibt.

In diesem Fall gibt es für den Gefäßchirurgen zwei Möglichkeiten, einen neuen Shunt anzulegen.

Die erste Möglichkeit wäre, ein anderes dafür geeignetes Gefäß am Shunt- Arm zu finden, um daraus einen neuen Shunt zu erstellen. Leider ist das aus anatomischen Gründen nicht immer einfach.

Der Chirurg könnte rein theoretisch, falls der Patient damit einverstanden wäre, auch den anderen, gesunden Arm oder sogar einen Oberschenkel dafür operieren. Aber wer möchte schon gern noch eine Baustelle und neue Probleme am Körper bekommen?

So wird oft die zweite Möglichkeit in Betracht gezogen. Es wird dann ein Kunststoff- Shunt- der sogenannten GORE- TEX Shunt- in einem Loop im Shunt- Arm integriert. Der Loop deshalb, da der Kunststoff- Shunt schneller verschleißt und man über eine längere Punktionsstrecke mehr Punktionsmöglichkeiten hat.

Da es aber kein körpereigenes Material ist, kann es in seltenen Fällen leider auch dazu kommen, dass er vom Körper nicht angenommen wird.

Ein anderes mögliches Shunt- Problem zeigt sich, wenn sich das Gefäß der Shunt- Vene stark erweitert. Dadurch erhöht sich der Blutrückfluss zum Herzen von normal etwa einem Liter auf manchmal sogar bis zu drei Litern im Extremfall. Man spricht hier auch von einem „Hochvolumen- Shunt“. 

Dieses Problem kann auftreten, wenn der Patient zusätzlich unter Bindegewebsschwäche leidet.

Viele dieser Dialysepatienten bekommen oft im Winter eine kalte Hand bzw. haben Kraftausfälle der Hand.

Der Gefäßchirurg muss den Shunt nun herunterdrosseln, damit das Herz keinen Schaden nimmt.

Dies wird oft mit einem „Banding“, also einer operativen Verengung der Shunt- Vene gleich hinter der Fistel (dem Kurzschluss von Vene und Arterie) erreicht.

Wenn von der Arterie ein noch nicht all zu hoher Druck ansteht, kann auch mal für die extrem vergrößerte Original- Shunt- Vene eine GORE- TEX- Shunt- Vene eingesetzt werden, allerdings mit dem Risiko, dass er nicht vom Körper angenommen wird.

In sehr seltenen Fällen kann zusätzlich auch noch die Shunt- Arterie extrem vergrößert sein, meistens dann bei Oberarm- Shunts. Dann baut sich ein dementsprechender Druck auf, der das „Banding“ auf der Vene nicht lange halten lässt.

In diesem Fall muss sich ein Spezialist der Sache widmen.

Im Moment kenne ich nur eine in die Praxis umgesetzte Spezialmethode, die sehr schwierig ist, sie umzusetzen.

Die extrem vergrößerte Shunt- Vene wird unten an der Fistel gekappt, bis zur Achselhöhle herausgezogen und auf eine etwa 3 mm schmale Stange gesteckt. Der Spezialist näht dann extrem fein an der Stange entlang und schneidet das überhängende Gewebe ab. Daraufhin erstellt er am Oberarm an einer anderen Stelle einen langen „Tunnel“ bis herunter zur Shunt- Arterie, schiebt die nun viel dünnere alte Shunt- Vene durch den Gewebe-Tunnel und verbindet sie am Schluss unten wieder auf der Shunt- Arterie. Damit aber die neu operierte Shunt- Vene nicht wieder von dem Druck der großen Shunt- Arterie „aufgepustet“ wird, überzieht der Gefäßspezialist die Shunt- Vene gleich hinter der Fistel mit einem speziellen Metall- FRAME, so eine Art Schraubenfeder, so dass die Stärke der Shunt- Vene dadurch stabilisiert wird. Auch der Blutrückfluss selbst wird über diesen FRAME- eingestellt.

Für diese Operation braucht man starke Nerven, eine ruhige Hand, gute Augen, extremes Fachwissen und den Mut, etwas Neues zu probieren.

Warum ich über diese Methode soviel weiß? Diese Operation, wurde an mir angewandt und ich bin dem Arzt immer noch sehr dankbar, dass er eine Lösung für mich finden konnte, zumal die eigentlich guten Gefäßchirurgen aus meiner Region nicht mehr weiter wussten.